Die Zukunft bestimmt die Gegenwart:
Die internationale LaRouche-Jugendbewegung
Von Megan Dobrodt
Megan Dobrodt ist Vertreterin des Schiller-Instituts (Vereinigte
Staaten). Im dritten Abschnitt der Pariser Konferenz am 8. November sagte sie
folgendes. (Übersetzung aus dem Englischen.)
Es ist ein Grundsatz unseres Universums, daß die Zukunft die Gegenwart
bestimmt. Das ist ein unglaubliches Glück, denn es bedeutet, daß Lösungen, die
unter den gegenwärtigen Umständen ganz unmöglich erscheinen, in Wirklichkeit die
Mechanismen sind, mit denen wir die gegenwärtigen, manchmal verzweifelten
Umstände in etwas Neues und Besseres umwandeln: eine neue Geometrie, in der
diese Lösungen nicht nur möglich sind, sondern auch die Handlungsweise der
Zivilisation im gegenwärtigen Paradigma widerspiegeln. Aber wie kommt diese
Umwandlung zustande?
Der Dichter Percey Shelley spricht von „den gigantischen Schatten, die die
Zukunft auf die Gegenwart wirft“, deren Spiegel die Dichter seien. Dasselbe gilt
für große Wissenschaftler, Philosophen und Staatsmänner. Das Universalgenie
Lyndon LaRouche, der Präsident der Vereinigten Staaten hätte werden müssen, war
alles vier.
LaRouche begann Ende der 1960er Jahre in New York mit dem Aufbau einer
politischen Bewegung, die sich hauptsächlich aus jungen Menschen von
Universitäten in und um die Stadt zusammensetzte. Niemand hatte ihm das erlaubt,
er gehörte nicht zur politischen Elite, doch er tat es trotzdem, weil er
erkannte, daß es dringend notwendig war, weil Amerika und die Welt auf eine
Katastrophe zusteuerten und weil die nominelle Führung versagte!
Diese Jugendbewegung mündete 1976 in LaRouches Präsidentschaftskandidatur – der erste von acht Präsidentschaftswahlkämpfen. In den folgenden 50 Jahren rekrutierte er eine mächtige internationale politische Bewegung und entwickelte sie weiter.
Es sollte nicht überraschen, daß Lyndon und Helga LaRouche in diesen
Jahrzehnten nicht nur eine, sondern eine ganze Reihe von Jugendbewegungen
aufgebaut haben. Aber warum ist eine Jugendbewegung in Krisenzeiten notwendig?
Die Antwort liegt in der Tatsache, daß das charakteristische Merkmal der
Menschheit ihre Fähigkeit zur schöpferischen Entdeckung ist, oder anders gesagt,
das Prinzip der Unsterblichkeit. Hier spricht LaRouche 2003 vor einer Gruppe von
etwa 200 jungen Menschen (LaRouche im Video):
„Eure Generation ist – genauso wie diejenigen aus der
Generation eurer Eltern, die noch leben – mit der Tatsache konfrontiert, daß
die Generation eurer Eltern euch eine Welt ohne Zukunft hinterlassen hat. Es
ist unmöglich, mit dieser Kultur, die heute vorherrscht, einen Kompromiß zu
schließen. Völlig unmöglich. Denn ihr könnt so nicht überleben! Diese Kultur
kann euch nicht die Mittel zum Überleben liefern.
Ihr wißt das. Was wollt ihr dagegen tun? Ihr wißt, daß ihr
keine Zukunft habt, wenn ihr die Gesellschaft nicht verändert. Aber ihr seid
auch eine Generation, die am politischen Schalthebel der Gesellschaft sitzt.
Was also zu tun ist: Ihr müßt hinausgehen wie Missionare und
diese tote Generation, die Generation eurer Eltern in der Gesellschaft
organisieren. Und ihr seht die Wirkung, die ihr habt, wenn ihr an verschiedene
Orte geht, wie zum Beispiel die Universitäten oder die Landesparlamente oder
der Kongreß. Ihr seht, welche Wirkung ihr habt. Die Anwesenheit von vier, fünf
oder sechs von euch, die hereinkommen und wissen, wovon sie reden – was mehr
ist, als die meisten dieser Gesetzgeber und andere tun können: Ihr habt eine
Wirkung auf sie.
Was dann geschieht, ist keine Zauberei, sondern beruht auf
Prinzipien. Ob die Menschen es wissen oder nicht: Der Unterschied zwischen
Mensch und Affe besteht darin, daß die menschliche Gattung etwas kann, was kein
Affe, kein Menschenaffe und kein Al Gore kann: Gültige Prinzipien verinnerlichen
und an die nächste Generation weitergeben. Das ist der Unterschied zwischen
Mensch und Affe.
Diese Entdeckungen und ihre Weitergabe erhöhen die Macht des
Menschen im Universum, pro Kopf und pro Quadratkilometer. Deshalb ist das
wichtigste am Menschen die Gesellschaft. Wir alle sterben. Jeder wird sterben.
Das sterbliche Leben eines jeden wird zu Ende gehen. Ihr habt also ein
sterbliches Leben – was wirst du damit anfangen? Wie lang es ist, ist nicht das
wichtigste. Es kommt darauf an, was du aus diesem Leben mitnimmst, was du
hinterläßt.
Und was hinterläßt du? Du hinterläßt jüngere Menschen. Du
hinterläßt nachfolgende Generationen jüngerer Menschen. Du hinterläßt das, was
du ihnen vermittelst, was du zu ihrer Entwicklung beiträgst, zu den Umständen
ihrer Arbeit im Leben, zu den Bedingungen der Gesellschaft, die ihnen die
Möglichkeit zum Leben gibt.
Und wenn du weise bist und in deiner Generation lebst,
denkst du über das Sterben nach. Nicht in einem morbiden Sinne, sondern du
sagst: ,Ich werde irgendwann sterben. Jetzt, wo ich noch hier bin, werde ich
eine bestimmte Aufgabe erfüllen. Und meine Aufgabe ist es, im Rahmen meiner
Möglichkeiten dafür zu sorgen, daß die nächste Generation alles hat, was wir
haben, in Bezug auf Wissen, und daß die nächste Generation ein besseres Leben
hat als wir. Und daß zukünftige Generationen von dem profitieren werden, was
wir in unserer Generation erreicht haben.‘“
Das ist die Kraft einer Jugendbewegung. Nicht als etwas Symbolisches – als
das funktioniert es nicht –, sondern als ein lebendiges Bild für die
Gesellschaft, welche Zukunft die Menschheit haben muß, für die sie in die
Gegenwart eingreift. So wirkt die Jugendbewegung auf eure Altersgenossen,
Eltern, Professoren ein, um sie oder zumindest einige von ihnen aus der
tragischen Mittelmäßigkeit herauszureißen, in die sie verfallen sind, und um
sich selbst zu qualifizierten Führungskräften zu entwickeln, auf der Grundlage
der Ideen, von deren Wahrheit und Notwendigkeit ihr euch selbst überzeugt
habt.
Ich selbst bin vor mehr als zwei Jahrzehnten der LaRouche-Bewegung
beigetreten, weil ich
1. den Betrug meiner Altersgenossen, die beschlossen hatten, die Probleme der
Welt zu ignorieren und mit dem Strom zu schwimmen, erkannt hatte und ablehnte,
und weil ich
2. zu dem Schluß gekommen war: Wenn die Ideen von Lyndon und Helga LaRouche –
wie die Weltlandbrücke, die endgültige Beendigung des Kolonialismus, eine
klassische Bildung, die darauf basiert, den Schülern beizubringen, wie man
erkennt, ob etwas wahr ist – ; wenn diese Dinge in der Welt als Politik der
Nationen Fuß fassen würden, dann könnten und können wir mit unserem kurzen Leben
die größte Renaissance beginnen, die die Menschheit je gesehen hat.
Wir können eine neue Ära der Menschheit einläuten, in der wir
„Kinderkrankheiten“ wie Kriege, Armut und Oligarchismus hinter uns lassen. Das
ist die Mission, die LaRouche allen aufeinander folgenden Generationen seiner
Jugendbewegungen übertragen hat, und das gilt heute genauso (Lyndon LaRouche
im Video, 2007):
„Das ist das Problem, das ihr in euer Generation habt: Ihr seid junge
Erwachsene in einer Zeit, in der eine ältere Generation existentiell versagt
hat. Es mag einzelne in der älteren Generation geben, die nicht versagt haben,
aber die Generation als ganze, insbesondere die ,68-Generation‘, hat versagt.
Sie hat katastrophal versagt. Aber weil ihr empfänglich seid für diese
grundlegenden Prinzipien – für die Vorstellung, daß der Mensch unsterblich ist,
daß er trotz des Todes seines sterblichen Körpers eine unsterbliche
Persönlichkeit hat –, ist es eure Aufgabe und Verantwortung, an der Spitze der
Veränderungen zu stehen, die in der Gesellschaft stattfinden müssen, wenn diese
Gesellschaft überhaupt überleben soll. Daher hat eure Generation eine
einzigartige historische Rolle in der Existenz der Menschheit als ganzes. Das
wirklich zu verstehen und eure Identität in diesem Zusammenhang zu sehen, das
ist meine Mission für euch.“
|