Einladung zur Internationalen Konferenz des Schiller Instituts, 30./31. Mai, Berlin
Das Ende der 500jährigen Kolonialepoche –
für einen Dialog der Zivilisationen
Die dringende Notwendigkeit einer neuen globalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur
Als mit der Auflösung der Sowjetunion 1991 der Kalte Krieg
endete, erklärte der amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama dies
zum „Ende der Geschichte“. Diese Aussage sollte sich als die vielleicht
kurzlebigste und falscheste Prognose der Geschichte herausstellen. Nur 35 Jahre
nach dieser These befindet sich die Welt in einem beispiellosen tektonischen
Umbruch: Nicht nur haben die Nationen des Globalen Südens das Diktat einer
unipolaren Weltordnung auf der Basis der anglo-amerikanischen Sonderbeziehung
zurückgewiesen, auch die transatlantische Beziehung selbst befindet sich
spätestens seit dem Anspruch Trumps auf Grönland in Auflösung. Das Völkerrecht
ist aufgehoben, es gilt die Machtpolitik, Drohungen, „eine ganze Zivilisation
auszuschalten“, bleiben unter den westlichen Regierungen unwidersprochen, und es
ist ein Verlust an Menschlichkeit zu verzeichnen, der die Grundpfeiler der
internationalen Ordnung untergraben hat.
Gleichzeitig sind die Nationen des Globalen Südens entschlossen, die Periode
von 500 Jahren Kolonialzeit endgültig zu überwinden und ihr Recht auf
wirtschaftliche Entwicklung zu verwirklichen, eine Perspektive, die ihnen Chinas
Aufstieg und seine Globalen Initiativen der Zusammenarbeit ermöglichen.
Die imperialen Kräfte der alten Ordnung sehen in eben diesem Aufstieg die
größte geopolitische Bedrohung – eine Dynamik, die letztlich allen derzeit
aufgeflammten Konflikten zu Grunde liegt. Dies gilt auch für den illegalen
Angriffskrieg gegen den Iran, dessen Fortsetzung sogar zum Einsatz von
Nuklearwaffen und zur Eskalation zu einem Weltkrieg führen könnte.
Umso dringender ist es, eine neue internationale Sicherheits- und
Entwicklungsarchitektur auf die Tagesordnung zu setzen, die in der Tradition des
Westfälischen Friedens die Interessen aller Staaten auf dieser Erde
berücksichtigen muss. Wir müssen in der Lage sein, die existenzielle Frage für
die Menschheit zu beantworten: Können wir uns eine internationale Ordnung geben,
die unser langfristiges Überleben als einzige bisher bekannte mit kreativer
Vernunft ausgestattete Gattung garantiert? Oder sind wir moralisch nicht in der
Lage, die Mechanismen zu beseitigen, die kurzfristig zur Auslöschung der
Menschheit führen können?
Die Konferenz in Berlin soll diese Frage mit dem gleichen Optimismus angehen,
den Papst Leo XIV. bei seiner jüngsten Reise nach Afrika demonstriert hat. Die
Nationen des Globalen Südens müssen bei der Neugestaltung der Weltordnung eine
gleichberechtigte Stimme haben. Afrika ist der Kontinent mit der positivsten
demografischen Kurve und wird bis 2050 auf 2,5 Milliarden Menschen anwachsen.
Also brauchen eine Milliarde mehr Menschen in Afrika eine Milliarde neue
produktiver Arbeitsplätze in den nächsten 25 Jahren! Wenn die europäischen
Staaten mit den BRICS dabei konstruktiv zusammenarbeiten, wird es nicht nur
möglich sein, Armut und Unterentwicklung im Globalen Süden ein für allemal zu
überwinden, sondern auch alle Staaten an den Errungenschaften der neuen
Industriellen Revolution teilhaben zu lassen. Neue Revolutionen in Wissenschaft
und Technologie werden es den Menschen ermöglichen, die in ihnen angelegten
Potentiale vollständig zu entwickeln, so wie es bisher in der Geschichte nur
wenigen Privilegierten gestattet war.
Ob es uns bewusst ist oder nicht: Wir sitzen als Menschheit alle in einem
Boot. Die Existenz von thermonuklearen Waffen, Internet, Pandemien etc.
bedeutet, dass unser Schicksal engstens verknüpft ist: Entweder gehen wir
zusammen unter, oder wir schaffen gemeinsam ein neues Paradigma in den
internationalen Beziehungen, das vom Prinzip der Coincidentia Oppositorum
(dem Zusammenfall der Gegensätze) des Nikolaus von Kues geprägt ist und das die
Idee der einen Menschheit postuliert.
Deshalb müssen wir den Reichtum der verschiedenen Kulturen und Zivilisationen
bewusst machen und in einem vielfältigen Dialog zwischen ihnen die schönsten
Perlen all dessen beleuchten, was die Menschheit bisher in ihrer
Universalgeschichte in Kunst und Wissenschaft, in Musik, Dichtung, Malerei und
Philosophie hervorgebracht hat. Wir brauchen eine neue Renaissance, die aus dem
Dialog des Besten aller Kulturen und Zivilisationen hervorgeht, und genauso wie
z.B. die Goldene Renaissance in Italien die Schrecken des 14. Jahrhundert
überwunden hat, können wir so eine neue Ära der Menschheit einläuten, in der die
Kinderkrankheiten der Menschheit, wie Oligarchismus und Kriege als Mittel der
Konfliktlösung, überwunden werden.
Samstag, 30.5.
10-17 Uhr:
Die dringende Notwendigkeit einer neuen internationalen Sicherheits- und
Entwicklungsarchitektur
19 Uhr:
Konzert: Dialog der Zivilisationen
Sonntag, 31.5.
10-17 Uhr:
Das Ende von 500 Jahren Kolonialismus
Für die Teilnehmer der Konferenz wird Übersetzung in Deutsch, Englisch,
Französisch und Spanisch angeboten.
Die Videos werden anschließend in allen vier Sprachen im Internet veröffentlicht.
Bitte melden Sie sich ab sofort auf der Website
des Schiller-Instituts an.
Für weitere Informationen wenden Sie sich an das Schiller-Institut per E-Mail oder telefonisch:
0152-0244 2989 (Frau Wolff).
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