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Schiller-Institut e. V.
"Zweck der Menschheit ist kein anderer als die
Ausbildung der Kräfte des Menschen, Fortschreitung."
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Der von China inspirierte neue Weg der Zusammenarbeit
zwischen Süd-Süd-Ländern aus serbischer Sicht

Von Dr. Jasminka Simić

Jasminka Simić ist Redakteurin und Journalistin bei Radio Televison of Serbia. Für die Berliner Konferenz des Schiller-Instituts bereitete sie den folgenden Beitrag vor. (Er wurde in der Konferenz aus Zeitgründen nur gekürzt vorgetragen. Übersetzung aus dem Englischen.)

Guten Tag, verehrte Dr. Helga Zepp-LaRouche, liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist mir eine große Ehre, an dieser wichtigen Konferenz teilzunehmen, die in dieser Zeit weltweiter Turbulenzen von großer Bedeutung ist und eine große Verantwortung trägt.

Mein Vortrag wird drei Hauptpunkte behandeln:

    1. die Position Serbiens in der aktuellen (geostrategischen) Situation in Bezug auf den Westen und den Osten;

    2. die Zusammenarbeit zwischen Serbien und China und im Rahmen der „Süd-Süd“-Zusammenarbeit;

    3. die neue Qualität der Beziehungen und Zusammenarbeit im digitalen Zeitalter und im Zuge der Vierten Industriellen Revolution, mit China als globaler Macht.

1. Einleitung

Serbien, als Nachfolgestaat der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien, ist derzeit Beitrittskandidat der Europäischen Union, und die Vollmitgliedschaft in der EU ist die erklärte oberste außenpolitische Priorität, womit es die westliche Politik akzeptiert, die auf Marktwirtschaft und demokratischen Werten basiert. Als EU-Beitrittskandidat harmonisiert Serbien seine Politik gemäß dem acquis communautaire.

Auf außenpolitischer Ebene besteht jedoch eine gewisse Diskrepanz, da Serbien sich weigert, Sanktionen gegen Rußland zu verhängen. Die engen Beziehungen zu Rußland und China stehen im Mittelpunkt der europäischen Kritik an Serbien. Zudem verkündete Serbien 2007 eine militärische Neutralitätspolitik gegenüber militärischen Bündnissen, einschließlich der NATO.

Das frühere Jugoslawien war Gründungsland der Bewegung der Blockfreien Staaten; heute hat Serbien in dieser Bewegung Beobachterstatus und hält weiterhin an den Prinzipien der Politik der Blockfreiheit fest. In der jugoslawischen Ära stand dies für Unabhängigkeit in der Politikgestaltung auf der Grundlage der Prinzipien aktiver friedlicher Koexistenz, im Gegensatz zur imperialistischen und hegemonialen Außenpolitik anderer Akteure der internationalen Beziehungen. Gleichzeitig bedeutete es das Streben nach einer formellen und faktischen Demokratisierung der internationalen Beziehungen in allen Formen und Bereichen, vor allem im politischen und wirtschaftlichen Bereich. Heute bedeutet es den Aufbau einer multipolaren Welt und einer gleichberechtigten globalen Ordnung, für die sich China und die Gruppe der Länder im Rahmen der „Süd-Süd“-Kooperation einsetzen.

Aufgrund der 2012 ins Leben gerufenen chinesischen Politik „1+16“ (China und osteuropäische Länder) und insbesondere der chinesischen Gürtel- und Straßen-Initiative ein Jahr später entwickelte Serbien eine außergewöhnliche Zusammenarbeit mit China in den Bereichen Wirtschaft und Infrastruktur, einschließlich der großen Hilfe, die China während der COVID-19-Pandemie leistete.

Der serbische Präsident Aleksandar Vučić beendete vor zwei Tagen seinen Staatsbesuch in China mit der Unterzeichnung von mehr als 30 Abkommen zwischen den beiden Ländern, wobei sich die neuen Investitionen für Serbien auf 953 Millionen Euro beliefen. Der Schwerpunkt liegt auf künstlicher Intelligenz und Robotik.

2. Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Serbien und China

Das gesamte Außenhandelsvolumen zwischen Serbien und China belief sich im Jahr 2025 auf 8294 Millionen Euro, und China belegte den ersten Platz in der Rangliste der Länder, aus denen Serbien importiert. China hatte diese Position bereits in den Jahren 2022 und 2024 inne. Davon beliefen sich die serbischen Exporte auf 1867 Millionen Euro, während die chinesischen Exporte nach Serbien 6427 Millionen Euro betrugen. Vor zehn Jahren, 2016, belief sich der gesamte Außenhandelsumsatz zwischen Serbien und China auf 1398 Millionen Euro. Davon betrugen die serbischen Exporte nach China nur 20 Millionen Euro, während die chinesischen Exporte nach Serbien 1,376 Millionen Euro ausmachten. Unser Handelsvolumen ist von Jahr zu Jahr gewachsen und verzeichnete 2022 einen enormen Sprung, was auf die medizinische Unterstützung durch Lieferungen aus China während der COVID-19-Pandemie, die guten Ergebnisse chinesischer Unternehmen in Serbien sowie den Aufbau neuer Infrastruktur zurückzuführen ist. 2024 besuchte Präsident Xi Jinping Serbien zum zweiten Mal, was unseren bilateralen Beziehungen neuen Schwung verlieh.

Serbien und China: Gesamtüberblick

Die wichtigsten Punkte der Zusammenarbeit zwischen Serbien und China sind folgende:

    1. Das gegenseitige politische Vertrauen vertieft sich; 19 Länder unterstützten die Gründung einer internationalen Vermittlungsorganisation zur Wahrung der internationalen Gerechtigkeit und der globalen Governance;

    2. Pragmatische Zusammenarbeit, die reichhaltige Ergebnisse bringt: Freihandelsabkommen (2024); die Unternehmen Zijin Mining, Zijin Copper (in Bor) und HSBS (in Smederevo) sind die drei größten Exporteure in Serbien; die Eisenbahnstrecke Belgrad-Budapest.

    3. Die kulturelle und zwischenmenschliche Zusammenarbeit erlebt eine starke Entwicklung; die beiden Länder feierten 2025 das 70jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen und Freundschaft; 184.000 chinesische Touristen besuchten Serbien im Jahr 2025; 310 serbische Jugendliche besuchten China im Rahmen des internationalen Kulturcamps im Rahmen des kurzfristigen Kulturaustauschs.

    4. Serbien hat die nationale Strategie „Serbien 2030“ mit neuen Prioritäten auf den Weg gebracht, darunter neue Industriezweige wie KI und Robotik, fortschrittliche Infrastruktur in den Bereichen Verkehr und Energie sowie die Anhebung des Lebensstandards.

    5. China ist bereit, die Verknüpfung seines 15. „Fünfjahresplans“ mit „Serbien 2030“ zu verbessern und die Vorteile des Freihandelsabkommens zu nutzen, um das Potential der Zusammenarbeit in den Bereichen wissenschaftliche und technologische Innovation, grüne Wirtschaft, Biomedizin und künstliche Intelligenz zu erkunden.

3. Neue Zeiten erfordern neue Wege: die neue Welt

Um ein altes lateinisches Sprichwort zu zitieren: „Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen.“ Nun nähern wir uns einer neuen Qualität der Beziehungen.

Die neue Qualität der Produktivkräfte, wie sie Präsident Xi vor zwei Jahren ankündigte (Innovation, Förderung aufstrebender Industrien, Umsetzung zukunftsorientierter Pläne) und im neuen wirtschaftlichen Fünf-Jahres-Plan bestätigt hat, kann als die neue Qualität der künftigen Zusammenarbeit zwischen China und den Unterzeichnerstaaten der Gürtel- und Straßen-Initiative (BRI) sowie im Rahmen der „Süd-Süd“-Zusammenarbeit und der BRICS-Staaten angesehen werden. Es wird eine zweite Phase des gegenseitigen Kapazitätsaufbaus nach dem Prinzip der „Win-Win“-Zusammenarbeit sein, wie sie die BRI und Präsident Xi von Anfang an gefördert haben - also gleicher Gewinn für alle.

Die meisten Länder im Rahmen der BRI und der Gruppe der „Süd-Süd-Zusammenarbeit“ sind Entwicklungsländer mit einer komplizierten modernen Geschichte (Kriege, Konflikte, territoriale und ethnische Probleme), und es mangelt ihnen an fortschrittlicher Technologie und moderner Wirtschaft, manchmal auch an Ideen für die nächste Entwicklungsstufe.

Als Teilnehmerin eines Seminars in Peking 2024, das Weiterqualifizierung und Wissensaufbau mit 25 Kollegen aus acht Ländern Afrikas, Asiens und Europas gewidmet war, wurde mir bewußt, wie wichtig es ist, die Möglichkeit zu haben, die neuesten erstaunlichen wissenschaftlichen Entwicklungen mit China zu teilen, also eine Win-Win-Kooperation und Win-Win-Ergebnisse zu erzielen.

Künstliche Intelligenz birgt großes Potential für den sozioökonomischen Wandel der Länder im Rahmen der „Süd-Süd“-Zusammenarbeit und für deren kulturelle Renaissance. Fast alle diese Länder, die in regionalen Organisationen zusammengeschlossen sind, haben ihre eigene nationale KI-Strategie verabschiedet, u.a. in Lateinamerika, Asien (ASEAN-Gruppe) und der Afrikanischen Union. Die EU hat 2024 das KI-Gesetz verabschiedet, Serbien hat bereits zwei nationale KI-Strategien (2020-25 und 2025-30) veröffentlicht. Dies wird zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung 2030 und spezifischer Programme wie der Agenda 2063 der Afrikanischen Union beitragen.

Die Zusammenarbeit im Bereich der hochentwickelten Technologien ist der beste Weg, um allen Formen des Neokolonialismus in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur zu entkommen. Im Juli 2024 verabschiedete der Exekutivrat der Afrikanischen Union die „Kontinentale Strategie für künstliche Intelligenz: Nutzung von KI für Afrikas Entwicklung und Wohlstand“, da KI enorme Chancen für eine inklusive Entwicklung bietet - u.a. durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Verbesserung der Erbringung öffentlicher Dienstleistungen, die Förderung von Landwirtschaft, Bildung und Gesundheit, die Erleichterung des Zugangs zu Informationen sowie den Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen.

Die Ziele dieser Strategie richten sich an die Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union (Entwicklung nationaler KI-Strategien und Governance-Mechanismen, die den Aufbau der notwendigen Kapazitäten zur Bewältigung der Risiken von KI und zur Maximierung ihrer Vorteile in den Vordergrund stellen), den privaten Sektor (enge Zusammenarbeit mit Innovatoren und Investitionen in KI-Lösungen zur Verbesserung von Produktivität und Innovationen) sowie an Entwicklungspartner (Aufbau von Datensätzen, Rechenkapazitäten, Kompetenzen sowie Forschungs- und Innovationskapazitäten, die die Entwicklung und Einführung von KI für eine nachhaltige Entwicklung und die Verringerung ihrer Risiken für die Gesellschaft untermauern).

Zu den wichtigsten Vorschlägen der Strategie gehört die Einrichtung eines geeigneten KI-Governance-Systems und entsprechender Vorschriften auf regionaler und nationaler Ebene (unter Achtung der Menschenrechte und der Menschenwürde sowie der afrikanischen Kultur und Werte, um die Sicherheit von KI-Systemen auf dem gesamten Kontinent zu gewährleisten).

Fallstudie zur KI in Nigeria: Service-Wise GPT

Den größten Erfolg erzielte Nigeria: Angesichts der Tatsache, daß die weltweiten Unternehmensinvestitionen in KI in den letzten fünf Jahren erheblich gestiegen sind, ist der nigerianische KI-Markt bereit für ein beträchtliches Wachstum mit einem prognostizierten Volumen von 434,4 Millionen US-Dollar bis 2026.

Die 2024 verabschiedete nationale KI-Strategie Nigerias skizziert einen Fahrplan für Entwicklungsländer, der vier Empfehlungen zur Beschleunigung der positiven Auswirkungen von KI umfaßt:

    1. Revolutionierung der Infrastruktur durch die hundertprozentige Umsetzung von „Cloud-First“-Richtlinien,

    2. Unterstützung der Bevölkerung durch nationale Initiativen zur Förderung von KI-Kompetenzen,

    3. Modernisierung der nationalen Datensysteme und

    4. Unterstützung KI-fördernder Regulierung (Nationale Strategie für künstliche Intelligenz 2024, 10). Diese Strategie zielt darauf ab, das transformative Potenzial von KI zu nutzen, um nachhaltige Entwicklung, Innovation, nationale Produktivität und menschliches Wohlergehen voranzutreiben, und sie wird Nigerias Position als Vorreiter bei der Einführung von KI auf dem afrikanischen Kontinent festigen.

Nigeria hat bereits einen eigenen GPT-Dienst (Chatbox: virtuelle Assistenten, die automatisch Fragen der Bürger beantworten) für den öffentlichen Dienst entwickelt, inspiriert von der im Januar 2025 vorgestellten chinesischen Deep-Seek-Chatbox, Service-Wise GPT (noch in der Beta-Version). Service-Wise GPT plant, dies durch die Automatisierung routinemäßiger Verwaltungsaufgaben wie der Erstellung von Memos und der Analyse von Richtlinien anzugehen und Unterstützung bei der Politikforschung in Echtzeit zu bieten.

Auch Chile kündigte 2025 einen großen Schritt nach vorne an: sein Latam GPT-Projekt. Es handelt sich um ein öffentliches, offenes und inklusives großes Sprachmodell (LLM), das sich mit der Kultur, Sprache und Geschichte der Region befaßt, ähnlich wie ChatGPT oder DeepSeek.

Herausforderungen der KI-Zusammenarbeit

Der Schlüssel zu nationalen Bemühungen ist es, die Einführung von KI sektorübergreifend zu vertiefen und die Kluft zwischen Forschung und praktischer Wirkung zu überbrücken. Das ist der Weg, den China während seiner Modernisierungsphase beschritten hat und der nun in einigen anderen BRI-Ländern aufgegriffen wird, wo es anderen helfen kann.

Chinas neues großes Sprachmodell DeepSeek bietet Lateinamerika und Afrika die Chance, KI nach eigenen Vorstellungen zu nutzen, birgt aber auch das Risiko der Abhängigkeit. Entwickelt von einem Team chinesischer Forscher und unterstützt von staatsnahen Institutionen, ist es Teil von Chinas Bestreben, seine KI-Infrastruktur in Entwicklungsländern zu verankern, digitale Verbindungen zu stärken und die globale KI-Governance jenseits des westlichen Einflusses neu zu gestalten. Während die USA immer leistungsfähigere Modelle anstreben, umfaßt Chinas Strategie auch KI-Diplomatie, in der Hoffnung, die Zukunft der digitalen Souveränität nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten.

4 . Serbien Expo 2027

Als erstes Land in Südosteuropa, das einen umfassenden Rahmen für die KI-Entwicklung geschaffen hat, hat sich Serbien als regionaler Vorreiter positioniert - eine Anerkennung, die durch seinen Vorsitz in der Global Partnership on Artificial Intelligence (GPAI) weiter gefestigt wurde. Dies wird es dem Land ermöglichen, Staat und Gesellschaft zu modernisieren und gleichzeitig die Ziele des Programms „Leap into the Future 2027“ zu unterstützen, wenn Serbien 2027 Gastgeber der Weltausstellung EXPO 2027 sein wird. Zahlreiche Innovationen, darunter vollautonome Fahrzeuge, sollen auf der EXPO 2027 präsentiert werden.

Als Ergebnis der Umsetzung dieser Maßnahmen gründete die Republik Serbien das Institut für Künstliche Intelligenz, das fast 60 Forscher zusammenbringt, nahm künstliche Intelligenz in Bildungsprogramme auf allen Ebenen auf und vergab Mittel für die Förderung von Wissenschaft, Start-ups, mittelständischen Unternehmen und anderen wirtschaftlichen Akteuren in diesem Bereich. Es wurden Aktivitäten im Zusammenhang mit der Öffnung und Wiederverwendung von Daten gestartet, und es wurden „Ethische Leitlinien für die Entwicklung, Anwendung und Nutzung zuverlässiger und verantwortungsvoller künstlicher Intelligenz“ verabschiedet, was die Republik Serbien auf der Weltkarte als ein Land positionierte, das künstliche Intelligenz auf sichere und verantwortungsvolle Weise nutzen möchte.

5. China- und Süd-Süd-Kooperation schreiten voran

China und viele Länder der Süd-Süd-Kooperation in Afrika und Asien haben ihre Teilnahme an der EXPO 2027 in Belgrad bestätigt, darunter Nigeria als bevölkerungsreichstes Land Afrikas. Wir haben bereits mit wissenschaftlichen Forschungen über eine zukünftige vielschichtige Zusammenarbeit mit China auf der Ebene der BRI und der „Süd-Süd“-Zusammenarbeit begonnen. Zusammen mit meinem Kollegen aus Nigeria, Ako Chubiyojo Abbah, nahm ich zweimal an der Konferenz in Belgrad teil, und wir präsentierten gemeinsame wissenschaftliche Forschungsergebnisse zur gegenseitigen Zusammenarbeit im Rahmen der BRI im neuen digitalen Zeitalter, wobei der Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz lag.

Unsere Forschungsarbeit ist das Ergebnis eines zweiwöchigen Seminars, das 2024 in Peking und Xian stattfand und an dem 25 Personen aus akademischen sowie staatlichen und administrativen Einrichtungen aus acht Mitgliedsländern der BRI teilnahmen.

Während der „Zwei Sitzungen“, die im März 2026 in Peking stattfanden [die parallelen Tagungen des Nationalen Volkskongresses, NVK, und der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes, PKKCV], skizzierte China die neue Vision für die nächsten fünf Jahre und eröffnete damit weitreichende Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Welt. Angesichts neuer Formen von Unilateralismus, Protektionismus und Hegemonialismus ist China als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats bestrebt, den Weltfrieden zu wahren und neuartige Beziehungen zu anderen Ländern aufzubauen. Der Aufbau einer Zukunftsgemeinschaft der Menschheit wird der Hauptschwerpunkt der chinesischen Außenpolitik in den nächsten fünf Jahren sein.

Die 1978 begonnenen Wirtschaftsreformen in China öffneten die Tür zu einer modernen kapitalistischen Wirtschaft mit einem offenen Markt und waren zusammen mit sozialen und institutionellen Reformen der Schlüssel zur Modernisierung Chinas. Zu ihren Merkmalen gehören gemeinsamer Wohlstand und die vollständige Überwindung der Armut, materielles und kulturelles Wohlergehen, Harmonie zwischen Mensch und Natur sowie friedliche Entwicklung. Chinas Expansion hat das Machtgleichgewicht bereits in Richtung Asien verschoben, und es gibt immer mehr Nationen, die überzeugt sind, daß dieses Land der Ort ist, an dem die aktuellen politischen und anderen globalen Krisen gelöst werden können. Durch die BRI ist China bereit, seine neuesten Errungenschaften mit den Unterzeichnerstaaten dieser Initiative, darunter Serbien, zu teilen.

6. Schlußfolgerung

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Süd-Süd-Länder, die früher als „Dritte Welt“ bekannt waren und sich in der Bewegung der Blockfreien Staaten zusammengeschlossen haben, keine Entwicklungsländer mehr sind. Sie sind ein Anker für den weltweiten Fortschritt und einen besseren Lebensstandard, für mehr politische Gleichheit und eine multilaterale Welt ohne Kolonialismus und Neokolonialismus, für das Recht auf freies Denken und die Achtung der anderen, wie Jean-Jacques Rousseau in seinem „Gesellschaftsvertrag“ schrieb.

Die zentrale Frage für die Zukunft lautet: Wie kann China allen Partnern und Ländern helfen, an den chinesischen Errungenschaften der vierten Revolution teilzuhaben und die Grundprinzipien der Charta der Vereinten Nationen zu wahren? Die Vorschläge meines Kollegen Abbah aus Afrika und von mir lauten:

  • Breites Engagement und Inklusivität auf der Ebene der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Wissenschaft;

  • Intensivere akademische Zusammenarbeit unter Einbeziehung von Studierenden und Professoren in wissenschaftlicher und technologischer Forschung oder beim praktischen Wissensaustausch;

  • Gegenseitige Unterstützung bei der Sicherung der für neue Hightech-Projekte benötigten Rohstoffe und beim Bau von Chipfabriken in den BRI-Ländern, die dafür am besten geeignet sind;

  • Gemeinsame Anstrengungen zur Schaffung einer transnationalen Rechtsordnung und eines besseren Verständnisses der Rechtssysteme der teilnehmenden Länder des Globalen Südens, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß es Länder mit Zivilrechtssystem, Common-Law-System und islamischem Recht gibt;

  • Ermutigung chinesischer Unternehmen, vor Ort Arbeitsplätze zu schaffen, wie sie es in Serbien getan haben, und einheimische Unternehmen als Subunternehmer einzubeziehen;

  • Erfahrungsaustausch in der Politik der Armutsbekämpfung mit chinesischen Experten vor Ort als technische Unterstützung;

  • Förderung der Politik der zwischenmenschlichen Beziehungen;

  • Gründung einer oder mehrerer BRI-Zeitschriften mit gemeinsamen Themen, um Wissenschaftler und Experten sowie die Öffentlichkeit besser zu informieren.

In diesem Sinne möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um der Präsidentin des Schiller-Instituts, Frau Helga Zepp-LaRouche, für die Initiative zur Gründung einer „Bewegung der Weltbürger“ zu danken, die die Welt mehr denn je braucht. Ich bin bereit, im Rahmen meiner Möglichkeiten dazu beizutragen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!